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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Marion Schäfer am 27. Oktober 2014
6216 Leser · 3 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Zeitumstellung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich würde mir so sehr wünschen,dass Sie die Zeitumstellung abschaffen,
nicht das Geld sondern die Gesundheit ist viel wichtiger!!!!!

MfG Marion Schäfer

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. Dezember 2014
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Schäfer,

vielen Dank für Ihre Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Deutschland hat die Sommerzeit 1980 aus zwei Gründen eingeführt: um die Zeitzählung an die benachbarten europäischen Staaten anzugleichen und um die Helligkeit im Sommer mit der zusätzlichen Stunde Tageslicht am Abend besser auszunutzen.

Es ging dabei vor allem um die Harmonisierung in Europa. Deutschland sollte keine „Zeitinsel“ in Mitteleuropa bilden. Gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung in allen Bereichen ist eine dauerhafte einheitliche Zeit in Europa sehr wichtig. Sie vereinfacht die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, bietet Planungssicherheit und unterstützt so den Europäischen Binnenmarkt.

Die alljährliche Zeitumstellung beruht auf einer für alle Mitgliedstaaten verbindlichen EU-Richtlinie zur Regelung der Sommerzeit. Die EU-Richtlinie verfolgt den Zweck, das Funktionieren des EU-Binnenmarktes maßgeblich zu unterstützen. Sie sieht die jährliche Zeitumstellung zwingend vor und belässt den Mitgliedstaaten kein Wahlrecht.

Ein Bericht der Europäischen Kommission zu den Auswirkungen der Zeitumstellung aus dem Jahr 2007 kommt zu dem Ergebnis, dass die Sommerzeitregelung nach wie vor angemessen ist. Danach fallen neben dem positiven Effekt der längeren Tageshelligkeit am Abend und der – allerdings geringfügigen – Energieeinsparung die negativen Auswirkungen der Zeitumstellung kaum ins Gewicht. Mehr Thema Informationen:

Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage vom 04.11.2014: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/032/1803215.pdf

Antwort des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags: http://www.bundestag.de/presse/hib/2014_11/-/338990 Antwort der Bundesregierung vom 30.04.2009 (S.14 und 15): http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612817.pdf Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 29. Oktober 2014
    1.

    Ich würde vorschlagen, die ganze Angelegenheit offen und ohne Dramatik zu diskutieren und deshalb halte ich persönlich die Zeitpunkte April und Oktober für die allerschlechtesten.

    Selber glaube ich, dass die Zeitumstellung von den wirtschaftlichen und auch energetischen Gesichtspunkten ein Nullsummenspiel ist, das heißt, dass der Effekt abendlicher Einsparung zu anderen Zeiten wieder aufgezehrt wird. Das betrifft auch die Kosten der außerhäuslichen Sphäre,.was die Umstellung selber angeht.

    Wer satirisch veranlagt ist, kann ja noch eine Supersommerzeit von Mai bis September vorschlagen und eine Supersupersommerzeit von Juni bis August, bei denen dann die Uhren schließlich um zwei bzw. um drei Stunden vorgehen und das Ganze dann zurückgenommen wird. Wer Wünsch-Dir-Was betreibt, wünscht sich die Sommerzeit das ganze Jahr über und stellt dann die Längengrad-Einteilung und die damit zugeordnete Zeit in das, was von Land zu Land mehrheitlich gewünscht wird. Selbst wenn die Frankreich die Uhrzeit weiter vorangeschritten ist als in Polen. Wer medizinisch nachteilige Auswirkungen fürchtet, darf selbst nie Flugreisen in andere Länder mit anderen Zeiten unternehmen, damit er sich selbst nicht schädigt und wer das nüchtern sieht, kann mit der einmaligen Umstellung leben oder auch zum Alten zurückkehren.

    Ich stemme mich weder gegen das eine noch das andere. Etwas nicht zu machen, bloß weil die Gewohnheit dagegen spricht, ist in meinen Augen kein guter Ratgeber. Also eine offene Diskussion!

  2. Autor Erhard Jakob
    am 30. Oktober 2014
    2.

    Marion,
    weder die Bundeskanzlerin der BRD noch die Vorsitzende
    der CDU kann die Zeitumstellung abschaffen.
    .
    Wenn sie abgeschafft wird, dann kann sie nicht nur in
    Deutschland abgeschafft werden. Dann muss sie
    in allen Ländern >mit Zeitumstellung auf Sommer-
    Zeit< umgestellt werden.
    .
    Allerdings kann sie sich dafür einsetzen, dass
    sie umgestellt wird. Zumal ihr Wort ganz
    schön "Gewicht" hat.

  3. Autor Wolfgang Mücke
    am 27. November 2014
    3.

    Warum sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden? Warum sollte die Zeitumstellung der Gesundheit schaden?
    Solange ich berufstätig war, bin ich an den Arbeitstagen um 6 Uhr aufgestanden und am Wochenende um 9 Uhr. Entsprechend habe ich die Abende länger ausgenutzt.
    Ich machte also mit Freude und auch mit Vorfreude ("Morgen kann ich bis 9 Uhr ausschlafen") jede Woche zwei Zeitverschiebungen um jeweils 3 Stunden. Dass ich nicht allein so vorging, zeigt mit das Morgenprogramm von ARD und ZDF am Wochenende, das nur zur Unterhaltung der Kinder dient. Das Fernsehprogramm soll dazu dienen, dass die Eltern nicht gestört werden.
    Niemand spricht von Problemen, die mit diesen 104 Zeitverschiebungen pro Jahr zusammenhängen. Aber 2 Mal im Jahr die Zeit um 1 Stunde verschieben, soll ein großes Problem bereiten? Die ganze Diskussion ist ein Affentheater.

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