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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Mengmeng Fan am 04. Oktober 2016
7416 Leser · 1 Kommentar

Die Kanzlerin direkt

Bitte um die Regulierung der Kostenerhebung bei der Einführung des Sperrkonto für ausländischen Studierenden

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Seit 4 Jahren bin ich eine Studentin an der Uni Bielefeld und habe hier die Veränderung der Politik zum Sperrkonto für ausländischen Studierenden erlebt. Deswegen bitte ich um die Regulierung der Bundesregierung dabei.

1. Zur Kontoeröffnung und zum Antrag für Sperrkonto sind bei der Deutschen Bank enorme Kosten entstanden. In meinem Fall kostete es ca. 160 Euro.

2. Da einmalig nur bestimmte Betrag gesperrt ist, müssen wir jedes Mal vorm Gang zum Ausländerbehörden das Konto wieder sperren lassen. Dieses Jahr ist diese Gebühr bei der DB unbegründet auf 150 Euro erhöht.

3. Bei Sparkasse stand das Sparbuch als ein günstigeres Alternativ zur Verfügung. Die Kontoeröffnung kostete mir damals 30 Euro einmalig. In letzter Zeit ist dieses Sparbuch leider nicht mehr so günstig für die neuen Kunden. Inzwischen wurde auch ein paar chinesischen Studierenden die Einführung der monatlichen Kontogebühren ab 5,9 Euro angekündigt.

2015 gibt es in Deutschland 321.569 ausländischen Studierenden, davon 30.269 chinesischen Bildungsausländer. Ob die Studierenden aus anderen Nicht-EU-Ländern auch davon betroffen sind, bin ich mir nicht sicher. Aber alleine die chinesischen Studierenden sind schon keine kleine Gruppe.

Angenommen, dass jede chinesische Studierende während ihres/seines Studiums 2 Mal das Aufenthaltserlaubnis verlängern muss, bekommt die DB 160+150*2=460 Euro pro Person und 13.923.740 Euro insgesamt. Diese Rechnung ist ungenau. Aber damit kann man schätzen, wie viel die Banken von ausländischen Studierenden verdienen. Warum diese Dienstleistungen so aufwändig sind, wurde nie öffentlich oder persönlich begründet.

Ich hoffe, dass die Bundesregierung durch Regulierung die Bank-Dienstleistung bezahlbar macht.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 24. Oktober 2016
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Fan,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Kosten von sogenannten Sperrkonten für ausländische Studenten werden bei den einzelnen Kreditinstituten gehandhabt. Sie hängen vom jeweiligen Geschäftsmodell und vorrangigem Vertriebsweg ab. Einige Banken bieten ein solches Sperrkonto für Studenten auch ohne Kontoführungsgebühren an. Wegen des Verwaltungsaufwands fallen aber Gebühren an. Die Bundesregierung nimmt darauf jedoch keinen Einfluss. Deshalb ist es in jeden Fall sinnvoll, Kostenvergleiche anzustellen.

Bitte bedenken sie auch, dass laut EU-Kommission das Studieren in Deutschland im europäischen Vergleich verhältnismäßig günstig ist.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung