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Autor G. Brandstetter am 04. Dezember 2007
6232 Leser · 408 Stimmen (-10 / +398) · 2 Kommentare

Soziales

Kinderarmut

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Ich habe einen Artikel über Kinderarmut in der Zeitschrift Der Spiegel
gelesen.

Zitat: "Manchmal habe ich Hunger"
Milch, Eier, Butter - nur dafür reicht das Geld der achtköpfigen Familie von Janis. Dank einer privaten Initiative gibt es Essen, Nachhilfe und Klavierunterricht. Der intelligente Junge hat sich schon bis auf die Realschule gekämpft - er will einmal Rechtsanwalt werden.

Dieser Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht.
In diesem Bericht wird darauf hingewiesen dass Familien nicht die
nötigen Mittel haben sich eine Schuljause zu kaufen.
Derartige soziale Verhältnisse haben meiner Meinung nach eine sehr
schwerwiegende negative Auswirkung auf die Gesellschaft.
Wäre es von Seiten der Politik nicht möglich menschenwürdige Grundstandards festzulegen welche Sicherheit und Zuversicht bieten können. Im reichen Westen, wo viele Lebensmittel weggeworfen werden, wäre es doch sicherlich möglich jene materiellen Mittel den Familien zur Verfügung zu stellen um eine gesunde Entwicklung der Kinder zu ermöglichen.
Ich habe den Link zu diesem Spiegel Beitrag beigefügt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,519731,0...
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüssen
Georg Brandstetter

+388

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Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Evelyne Kieser
    am 05. Dezember 2007
    1.

    Die Kinderarmut hat meines Erachtens weit größere Ausmaße als bisher angenommen. In den Statistiken werden doch nur diejenigen Kinder erfasst, die Sozialgeld beziehen, oder noch in den Bedarfsgemeinschaften geführt werden.
    Kinder mit eigenem Einkommen fallen aus den Bedarfsgemeinschaften raus, bekommen kein Sozialgeld mehr und werden statistisch nicht erfasst.
    Natürlich wird ihr Einkommen aber auf Sozialhilfeniveau heruntergedrückt und der Einkommensüberhang auf die Mutter/Vater angerechnet, was widerum deren Anspruch auf AlgII mindert.
    So geht das auch bei meinem Kind. Rein rechnerisch ist er nicht bedürftig, bekommt kein Sozialgeld und steht nicht im Bescheid. Mein Kind fällt also durch die Statistik, obwohl sein Einkommen nach dem Bedarf eines Kindes das Sozialgeld bezieht zurückgestutzt wird und er somit wieder auf Sozialhilfeniveau lebt, folglich trotz eigenem Einkommens arm gemacht wird.

  2. Autor Melanie Huber
    am 07. Dezember 2007
    2.

    Statistiken sagen in diesem Fall wirklich gar nichts aus!! Wir nehmen Pflegekinder bei uns auf und ich kann dicke Bücher über Kinderarmut schreiben! Kinder die Essen "bunkern" weil sie nie wissen wann sie wieder etwas bekommen! Das geht übrigens auch noch lange weiter, auch wenn sie wissen dass sie nun in einer Familie leben in der es regelmäßige Mahlzeiten gibt! Verwahrlosung und Hunger bei Kindern gibt es so oft, dass kann man sich kaum vorstellen!! Würde man all diese Kinder in Statistiken "erfassen" und würde man diese ehrlich veröffentlichen, ohne diese ständigen Versuche etwas schönzureden, würden vielleicht mehr Menschen genauer hinschauen was z.B. in der Nachbarschaft los ist! Wir leben in einem kleinen Landkreis Niemals hätte ich gedacht dass es hier Kinderarmut oder Verwahrlosung geben würde bis ich das erste Kind kennenlernen durfte!
    Das war für uns der springende Punkt! Wir werden solchen armen Kindern ein schönes Zuhause bieten und auf "eigene" Kinder verzichten.
    Wenn die Politik schon nichts unternimmt sollten wir besser hinschauen. Meine Weihnachtswunsch: Mehr Zivilcourage!! Denn von "oben" kann man leider nicht viel erwarten!

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