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Autor Werner Buhne am 21. November 2017
2324 Leser · 213 Stimmen (-81 / +132) · 7 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Regierungsbildungs-Krise: Wird der Bürger jetzt völlig blöd gemacht?!?!?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
wenn eine der (Alt-)Parteien das Recht haben dürfte, sich einer Regierungsteilnahme zu verweigern, so ist das die FDP: eine Partei, die soeben erst vom Tode wieder auferstanden ist und sich überhaupt wieder neu finden muss--und die auch zur Wahl nur als Oppositions-Aspirant angetreten war. Wie kann man von ausgerechnet dieser Partei verlangen, dass sie sich rücksichtslos gegen sich selbst für eine schwierige Koalition mit extremem Gegner verpflichten lässt.

Völlig entgegengesetzt die SPD: Die S(chulz)PD hat mit Regierungs-Anspruch (Kanzlerschaft) kandidiert und versprochen---als Regierungspartei---alle Probleme zu lösen---um dann aber von einer Sekunde auf die andere sich als voll-regierungsunfähig und regenerationsbedürftig zu erklären.

Herr Schulz hatte verkündet:"Ich will Kanzler werden!" Aber der Wähler hat entschieden: "Nein! - DER NICHT!!" - Was ist das da für eine Riesen-Unverfrorenheit, wenn Martin Schulz stattdessen erklärt, 'der Wähler' habe ihn zum glorreichen Oppositionsführer bestimmen WOLLEN!---Auf keinem Wahlzettel stand, dass man die Opposition wählen würde, und Herr Schulz hat auch nicht im Geringsten angedeutet, dass er sich einer Regierungs-Mitverantwortung verweigern würde.

Die Gro-Ko wurde abgewählt.---Das ist richtig, und auch wohl gut so. Aber doch nur dadurch, dass sie zur Normal-Ko zurechtgestutzt wurde---und nicht dadurch, dass ein Wählerauftrag zu Totalverweigerung der zweitstärksten Partei und riskanter Regierungsbildung gegeben wurde.

Wie verrückt ist denn das, dass jetzt diese Dinge völlig auf den Kopf gestellt werden(!!), und dieser wirkliche Krisen-Verursacher mit der allergrößten Nachsicht belohnt wird und auf die tapfere FDP nur eingedroschen wird!!??

Könnten Sie Ihre Autorität nicht einmal ins Spiel bringen, um solchen Wahnsinn zu beenden?----WernerBuhne.

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  1. Autor Rainer Fleddermann
    am 21. November 2017
    1.

    Sehr guter Beitrag.
    Nun wird auf die FDP eingedroschen, wobei man eigentlich dankbar sein muss, dass es - zumindest derzeit - noch nicht zu einer solchen Koalition der Gegensätze kommt.
    Verwerflich ist die Reaktion der Grünen (Trittin-Interview aktuell), die den Schuldigen in der FDP ausmacht und sogar herrn Lindner des beabsichtigten Kanzlersturzes bezichtigt.
    Billige Politrhetorik. Dieser Mann hat die Eigenschaft ständig intrigant zu wirken und Zwiespalt zu sähen.
    Wenn die kleinste Partei die fast ausschliesslich ideologisch geprägten Programmpunkte gegen rd. 90% der Wähler durchsetzen will - mit allen Mitteln -, dann muss es auch erlaubt sein einen Ausstieg aus nur "Sondierung" zu rechtfertigen.
    Eigentliche Verursacher des Scheiterns sind CDU und CSU...warum ?
    Von der CDU habe ich keine Ziele, Kompromissvorschläge vernommen. Einzig vom an der Merkelkette hängenden, gezähmten Herrn Seehofer, der ja förmlich in Lobeshymnen überschwenglich die grandiose Moderationsleistung der Kanzlerin
    laudatioartig zelebrierte. Nur...warum ist dann das Moderationsergebnis so katastrophal ?
    Erschreckend nur das Totalversagen der SPD, die sich 5 Minuten nach der Wahl für Regierungsverantwortung verweigert...Nach "Ich will Kanzler werden" nicht mal Oppositionsführer in der Opposition.
    Mal sehen wie lange sich der Bundestag es noch leisten kann die AFD grundsätzlich zu ignorieren.
    Ich bin kein AFD-Wähler, finde nur den Umgang der etablierten Parteien mit dieser Partei ziellos und naiv. Sie ist demokratisch gewählt und muss in die parlamentarische Verantwortung genommen werden und es müssen die negativen, aber auch die positiven Themen aufgenommen werden....sonst wird sie weiter erstarken.

  2. Autor ines schreiber
    am 22. November 2017
    2.

    In journalistenwatch.com steht heute ein Interview mit einer Dame von den Grünen ! Sie sieht eindeutig Sexismus als Grund für das Scheitern der Gespräche !

  3. Autor Felizitas Stückemann
    am 23. November 2017
    3.

    Endlich komme ich dazu, Werner Buhne viel Applaus
    für seiner wiederum "großen Wurf" zu spenden. Der
    Bericht ist Zeitungsartikel-reif. Aber auch Kom.1. Abs.1
    von Rainer Fleddermann bringt es auf den Punkt! Wenn
    die Kanzlerin eine gute Regisseurin wäre, hätte Sie den
    grünen Quergeiger Tritt in diskret zur Seite genommen
    und ihn lautlos vor die Türe gesetzt- Aber die Tagungen
    fanden in BW statt, wo Kretschmann, der grüne Wolf im
    Schafspelz das Hausrecht hat. Und der haut in die gleiche
    Kerbe.
    Es ist gut, wie es ist, dass die FDP nicht Steigbügelhalter
    für die Gesinnungspartei wurde. Christian Lindner sollten
    wir alle dankbar sein und bei der nächsten Wahl nur noch
    FDP wählen ! Die Partei der Vernunft !
    Die Begenung von Schulz heute mit dem Bundespräsidenten
    wird zeigen, was werden wird. Schaumama.

  4. Autor Felizitas Stückemann
    am 23. November 2017
    4.

    Zu 3., zweite Zeile: Tippfehler: "für seinen wiederum....."

  5. Autor Werner Buhne
    Kommentar zu Kommentar 3 am 24. November 2017
    5.

    Dazu, insbesondere zur FDP-Frage, hab ich noch zwei weitere Beiträge geschrieben, die ich aber erst Mo und Di einstelle (dann bleiben sie länger stehen): "Große Koalition - jetzt mit FDP" und "Opposition soll Regierung tolerieren - Geht's noch blöder?" - Grüße.

  6. Autor Wilhelm Höpfner
    am 30. November 2017
    6.

    In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, wieso eine Minderheitsregierung nicht zur Sprache kommt. Nun "muss" unbedingt alles mit der SPD geregelt werden, die sich durch ihre widersprüchlichen Aussagen zur Regierungsbeteiligung quasi selbst ins Aus geschossen hat. Und vor allem jetzt nach der Sache mit Glyphosat betont, das diese Angelegenheit den Preis für eine Regierungsbildung enorm in die Höhe treiben wird.
    Unverschämter geht es wirklich nicht.

    Die CDU/CSU sollte endlich mit der FDP eine Minderheitsregierung bilden. Die Positionen sollten zumindest soweit passen, das es hier keine allzu gravierenden Probleme geben dürfte.
    Das dies aber nicht als nächster Schritt getan wird, hat aus meiner Sicht einen faden Beigeschmack. Denn die aktuell nur geschäftsführende Kanzlerin müsste sich dann mit dem Parlament auseinandersetzen um Themen durchzubringen. Und das scheint offensichtlich nicht erwünscht zu sein, denn dann wäre es mit "einsamen Entscheidungen" vorbei.

    Was hier passiert ist aus meiner Sicht ein absoluter Hohn dem deutschen Volk gegenüber. Auch weil es am Anfang noch in den Medien lautete "Die AFD würde einer Minderheitsregierung zustimmen" - mittlerweile hört man aber nur noch "Die SPD würde einer Minderheitsregierung zustimmen". Das Theater das hier wegen einer nicht verbotenen, demokratisch gewählten Partei gemacht wird, ist lächerlich. Zugegeben die AFD vertritt viele fragwürdige Punkte, dennoch ist sie nunmal gewählt und mit Sicherheit ließe sich auch mit deren Beteiligung etwas bewegen.

    Aber letztendlich liest man dann immer die "Die Kanzlerin wünscht" oder "Die Kanzlerin will nicht, das..." Und das geht gar nicht. Es geht um das Gemeinwohl und nicht um persönliche Wünsche. Das jedoch scheinen die hohen Damen und Herren aber komplett vergessen zu haben.

  7. Autor Uwe Leja
    am 22. Dezember 2017
    7.

    Um mal nur auf die Frage einzugehen, die oben steht, aus dem Kontext gezogen! Der Bürger wird nicht Blöd gemacht, von klein an, werden den Menschen Dinge, von der Regierung, der Industrie und Wirtschaft vermittelt, die nicht stimmen, der Mensch wird wächst schon Blöd auf!

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