Beantwortet
Autor Jette F. am 11. März 2016
4714 Leser · 423 Stimmen (-97 / +326) · 5 Kommentare

Gesundheit

Glyphosat - Kommt Deutschlands klares Nein?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

über verschiedene NPO- und NGO-Petitionen wird das Problem-Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat derzeit viel diskutiert. Die WHO beurteilte es kürzlich als «wahrscheinlich krebsfördernd».
Der massive Widerstand aus der Zivilgesellschaft hat zu einer Vertagung der Entscheidung geführt, ob dieses Pestizid in der EU für weitere 10 bis 15 Jahre zugelassen wird.

Glyphosat wird auf Äckern und Grünflächen, in Obstplantagen, auf Bahndämmen und in den Privatgärten eingesetzt. Es findet sich in Produkten wie Roundup, Taifun, Well Kill, oder Capito und ist erhältlich in den Gartenabteilungen von Migros, Coop, Landi, Jumbo oder Hornbach.

Die Anwendung des Pestizids ist für Konsumentinnen und Konsumenten, Landwirte und Hobby-Gärtner gefährlich. Glyphosat und seine Abbaustoffe werden mittlerweile in der Luft, im Regen und selbst im menschlichen Körper nachgewiesen.

Bereits 4 Staaten haben sich öffentlich gegen Monsantos Gift gestellt - Deutschland enthält sich jetzt zumindest, ist von einem klaren Ja abgerückt.
Die Zeit bis zur Entscheidung, ob Glyphosat nun verlängert wird oder nicht, wird Monsanto nutzen, um die unentschiedenen Staaten im Sinne des Firmeninteresses zu beeinflussen.
Dass die Manager dieses Chemiekonzerns über den Widerstand aus der Zvilgesellschaft "entrüstet" sind und "nicht nachvollziehen können, warum Politiker auf die Bevölkerung Rücksicht nehmen" sollte Signal genug sein.

Wann kommt Deutschlands klares Nein zu Glyphosat?
Ihre/unsere Stimme hat Gewicht - Bitte schützen Sie Europas Einwohner vor diesem schädlichen Gift.

Mit freundlichen Grüßen,
Jette Fröhlich

+229

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 15. April 2016
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Fröhlich,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Bisher hat es für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat keine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten gegeben. Die Europäische Kommission wird deshalb einen neuen Vorschlag unterbreiten. Die Bundesregierung prüft anschließend den Vorschlag und nimmt dazu Stellung. Grundsätzlich gilt: Von einem Mittel dürfen weder Gefahren für die Gesundheit noch Risiken für die biologische Vielfalt ausgehen.

Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel und andere Herbizide werden in der Tat von Privatpersonen häufig falsch angewendet. Das Bundeslandwirtschaftsministerium prüft deshalb ebenfalls, inwieweit die Abgabe dieser Mittel an Privatpersonen begrenzt oder verboten werden sollte.

Weitere Informationen unter dem Stichwort Glyphosat:

www.bmel.de

www.bvl.bund.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Rosi Steffens
    am 11. März 2016
    1.

    Der Mensch wird immer mehr in die Lage versetzt sich vor seiner Verantwortung in einer Person zu drücken, dadurch die allgemein gültigen Menschrechte im Namen des Profits und der Gier des Einzelnen zu umgehen und dafür das Leben aller aufs Spiel zu setzen. Traurig!

  2. Autor Thomas Dischinger
    am 11. März 2016
    2.

    Toller Beitrag !! Auf die Antwort bin ich gespannt !

  3. Autor ines schreiber
    am 14. März 2016
    3.

    Solange im EU Parlament , Firmenangehörige sitzen und abstimmen dürfen , wird sich nichts ändern !
    Dieses Lobbyisten Wirtschaftssystem muss beendet werden !

  4. Autor Rosi Steffens
    Kommentar zu Kommentar 3 am 14. März 2016
    4.

    Da stimme ich zu, wobei die Kanzlerin immer von einer sozialen Marktwirtschaft spricht, die jedoch nicht in der Praxis als globale Anforderung umgesetzt wird, denn dann hätten wir nur noch das Problem der Finanzierung über Geldgeber und nicht das der Humanisierung, Ökologisierung, Ökonomisierung eines Marktes, der von einer Spezies angeführt wird, die zu all dem von Geburt aus in der Lage ist und es sogar perfektionieren könnte, wenn sie dies denn auch wollte.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 04. April 2016
    5.

    Kapitalismus heißt *Prifit-Maximierung*.
    Es heißt auch: *Die Gewinne werden
    privatisiert und die Verluste
    werden verstaatlicht.
    .
    Doch das hält auf Dauer nicht
    einmal der beste Staat aus.

  6. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.