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Autor Gertje Kollmann am 14. September 2017
1584 Leser · 142 Stimmen (-41 / +101) · 5 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Förderung von Gleichstellung der Geschlechter statt Kirchenrecht

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

gerne möchte ich ein Thema erläutern und eine Frage an Sie richten.

Bei uns sind Kirche und Staat in der Rechtsprechung getrennt, der Staat nimmt keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Kirche. Dadurch werden Millionen von Frauen diskriminiert, die in ihren Kirchen von geistlichen Ämtern und Führungsämtern einzig aufgrund ihres Geschlechts ausgeschlossen werden. Das ist in bestimmten christlichen, in muslimischen und anderen Kirchen und Gemeinschaften der Fall, bei uns in Deutschland, in Europa und weltweit.

Warum nimmt hier die Bundesregierung ihre nach dem Grundgesetz selbst auferlegte Verpflichtung nicht wahr, diese Ungleichbehandlung zu unterbinden? Warum lässt sie Frauen den Kirchen ausgeliefert? Sie selber, die Frauen, sind in diesen konservativen Strukturen nicht in der Lage, ihre Rechte zu erkämpfen und sich selbst zu befreien. Daher benötigen sie dringend einer Unterstützung von außen, von politischen Institutionen, vom Staat und nicht zuletzt von Ihnen, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin.

Ich bitte Sie, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, dem Grundgesetz zu entsprechen und den Menschenrechten Rechnung zu tragen. Lassen Sie nicht länger zu, dass das Kirchenrecht vorgeschoben wird, welches bis heute eine massenhafte Diskriminierung und Ausgrenzung von Frauen in unserer Gesellschaft ermöglicht.

Ich bin mir Ihrer Anteilnahme gewiss und bedanke mich für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Gertje Kollmann

+60

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Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Johannes Wollbold
    am 14. September 2017
    1.

    Nein, Priesterin werden kann man nicht erzwingen. Da geht es um eine kulturelle Auseinandersetzung, die notfalls durch Kirchenaustritt oder Aufbau von Gemeinden am Rand der hierarchischen, patriarchalen Kirche geführt werden kann. Oder in liberalen muslimischen Gemeinschaften.

  2. Autor Gertje Kollmann
    Kommentar zu Kommentar 1 am 15. September 2017
    2.

    Es geht um kulturelle Auseinandersetzung, richtig. Mir fehlt in Deutschland jedoch der kritische Blick auf die Kirche mit ihren Konventionen. Gleichberechtigung darf nicht an der Kirchentür außen vor bleiben.

  3. Autor Gertje Kollmann
    am 15. September 2017
    3.

    Auch wenn jede Gemeinschaft nach ihren Regeln handeln können sollte, dann dürfen dadurch nicht die allgemeinen Menschenrechte und das Grundgesetz umgangen werden. Gerade bei unseren "alten" christlichen Kirchen sind wir erschreckend gnädig mit deren konventionellen Vorstellungen, die eine Ausgrenzung von Frauen als normal und legitim betrachten.

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