Beantwortet
Autor Gunter Stern am 14. April 2009
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Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt neu gestalten

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen.

Was halten Sie von folgenden Vorschlägen / Ideen um den Arbeitsmarkt neu zu gestalten?

Da ich grundsätzlich davon ausgehe, dass es auf Grund der fortschreitenden Technologisierung niemals mehr für alle arbeitsfähigen Bürger ein bezahlbares Stellenangebot geben wird, schlage ich die Einführung eines Bürgergeldes vor. Diese Idee ist nicht neu – leider wurde sie bisher aber noch nicht weiter beachtet.

Die Vorteile des Bürgergeldes wären u.a.:

- Ein Grundeinkommen für jeden Bürger, so dass es keine Existenzängste mehr gibt
- Abschaffung der Bundesagentur für Arbeit, da keiner mehr verwaltet werden muss
- Abschaffung sämtlicher Sozialämter, da keiner mehr Zuschüsse beantragen muss
- Jeder kann seinen Interessen nachgehen, so dass auch die freiwillige Arbeit (z.B. www.ausbildung-b.de diese Infoseite hilft jungen Bürgern bei der Suche nach Ausbildungsplätzen) gestärkt wird – hier werden sich mehr beteiligen, da sie nicht mehr die Zeit für eine Arbeit aufbringen müssen, mit welcher sie, im Idealfall, ihr Grundeinkommen sichern müssen.

Bei diesem und den weiteren Vorschlägen geht es nicht um die Einführung des Kommunismus, sondern um die Abschaffung von Verwaltung und Bürokratie, sowie um das Anerkennen des Einzelnen (Grundannahme: nicht jeder der arbeitslos ist, ist unbedingt schlechter als die, welche fest und unkündbar in Firmen oder Behörden fest eingestellt sind).

Was könnte gegen ein Bürgergeld sprechen?

- Wie ist das finanzierbar? Dies zu Errechnen haben Sie Ihre Wirtschaftsspezialisten – Einsparungen gibt es u.a. dadurch, dass es keine Leistungen mehr von der Arbeitsagentur und den Sozialämtern gibt und dass Sie auch alle freistellen können, welche bisher die Leistungsempfänger verwaltet haben. Weiterhin gibt es für alle das gleiche Bürgergeld, so dass es u.a. keine Unterschiede mehr in der Zahlung von Arbeitslosengeld gibt (hier sind viele Bürger nicht motiviert eine Arbeit anzunehmen, da sie sehr hohe Arbeitslosenbezüge haben).
- Wird dann überhaupt noch jemand arbeiten wollen? Ich denke ja, da der Mensch in einer zielgerichteten Tätigkeit seine Erfüllung findet. Diese muss nun aber nicht mehr der Existenzsicherung dienen.
- Wer macht dann noch die Arbeit? Hier müssen sich die entsprechenden Firmen und Behörden finanzielle Anreize einfallen lassen, damit jemand die Arbeit macht. Das Bürgergeld dient nur zur Grundsicherung (Miete und Essen) – wer mehr möchte, muss auch entsprechend mehr leisten.

Fazit: über dieses Thema lohnt es sich nachzudenken! Dabei kann man gleich noch weitere Ideen und Vorschläge zur Neugestaltung des Arbeitsmarktes einfließen lassen – wie z.B.:

- Abschaffung der Kündigungsfristen – Vorteil: Firmen können schneller passendes Personal einstellen
- Abschaffung der Lohnsteuer, dafür Erhöhung der Mehrwertsteuer – so verringern sich die Lohnnebenkosten für die Firmen und es ergeben sich trotzdem höhere Steuereinnahmen (dadurch kann man auch wieder bei den Finanzämter einsparen).

Gerne stehe ich für weitere Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Gunter Stern

+206

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 14. Mai 2009
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Stern,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Das Thema „Bürgergeld“ ist in der Tat nicht neu und in den vergangenen Jahren viel und kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Ähnliche Konzepte und Modelle laufen auch unter den Begriffen „bedingungsloses Grundeinkommen“ oder „negative Einkommensteuer“. Auch in diesem Forum haben wir bereits 2007 dazu Stellung genommen. Da sich die Position der Bundesregierung zwischenzeitlich nicht geändert hat, verweisen wir auf die damalige Antwort.

http://www.direktzurkanzlerin.de/beitrag-1972.html

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung