„direktzu Stuttgart 21“ – Mehr Dialog mit weniger Aufwand
Den Beweis, dass Many-to-One in offenen, auch kritischen Situationen eine belastbare Plattform für Gedankenaustausch bietet, liefert die Plattform ”direktzu Stuttgart 21”.
Inmitten des Protests gegen das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, speziell gegen die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs wirkten die Fronten zwischen Projektbefürwortern und -kritikern verhärtet und emotional aufgeladen. Das Wort des Jahres 2010 vom „Wutbürger“ bezog sich auf diesen Protest. Egal, wie man inhaltlich zu dem Projekt steht: ein argumentativer Austausch unter Demokraten schien nicht mehr möglich. Im Sommer 2010 spitzte sich der Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 immer mehr zu. Ziel der Projektträger und des Kommunikationsbüros war es, eine Versachlichung der Diskussion herbeizuführen und den Dialog mit den Bürgern zu verstärken. Es galt, einen strukturierten und effizienten Prozess für die sachliche Diskussion im Internet zu bieten. Wichtig war dabei, eine einheitliche und transparente Plattform für Fragen rund um das Bahnprojekt zu etablieren.
Innerhalb einer Woche konnte die Plattform aufgesetzt werden. Mit einer Kombination von technischer Filterung und Nutzerintelligenz werden die Meinungen der Bürger semantisch gebündelt und priorisiert. Auf Top-Beiträge antworten die zuständigen Projektpartner (Bahn, Land, Stadt oder Region) einmal pro Woche, worüber alle interessierten Nutzer ohne Streuverlust automatisch informiert werden. Die Kommunikation wird geprägt durch einen klaren Prozess, Regelmäßigkeit und den sachlichen Austausch von Argumenten nach Veröffentlichungsregeln. Durch Verlinkungen von den Webseiten der Projektpartner, aber auch durch unaufgeforderte Hinweise von Nutzern auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien wurde auf die Plattform aufmerksam gemacht.
Der Erfolg lässt sich messen: Vom 21.09.2010 bis 31.03.2011 zeigte sich das Engagement der Bürger in 677 gebündelten Beiträgen und mehr als 16.000 Stimmen. Mit 236 Antworten beantworteten die Projektpartner 8.605 gebündelte Anliegen - ein Beleg der Prozesseffizienz von direktzu-Plattformen.
Noch vor Beginn der Faktenschlichtung unter der Leitung von Heiner Geißler setzte das Kommunikationsbüro damit ein konkretes Signal der Dialogbereitschaft. Die Plattform wurde von Projektkritikern und -befürwortern schnell akzeptiert und schuf mitten in einer äußerst hitzigen Debatte einen öffentlichen Raum für sachlichen Austausch.
