Beantwortet
Autor Elisabeth Busse am 27. Oktober 2010
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Gesundheit

Flugrouten des Flughafens Berlin Brandenburg

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

im Süden Berlins entsteht momentan der Flughafen Berlin Brandenburg.

Mein Anliegen betrifft die geplanten Flugrouten, die von zwei Ihrer Ministerien mit beschlossen werden müssen.

Ich möchte Sie dringend bitten,

1. dafür Sorge zu tragen, dass eine Entscheidung über die Flugrouten möglichst zeitnah getroffen wird
2.dass die Flugrouten so festgelegt werden, dass die Bürger, die seit Jahren geglaubt haben, die Flugrouten werden ihre Wohnung/ihr Haus nicht betreffen, sich auch weiterhin darauf verlassen können.

Gerade in den Süden Berlins sind in den vergangenen Jahren viele Menschen gezogen, die stadt- und naturnah leben wollen. Sie alle haben sich natürlich vorher informiert, wie die Flugrouten aussehen werden. Aber nicht nur diese Menschen sind betroffen, auch alle, die seit langen Jahren bereits hier leben. Der Flughafenbetreiber des BBI hat in den vergangenen Jahren mittels Lärmsimulator Flugroutenvorgaben eingespielt. Wir haben darauf vertraut, dass diese BBI-Angaben gültig sind.

Wenn Fluggesellschaften sich zu den neuen Routen äußern, stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Der „wirtschaftliche Schaden“ läge nach Auskunft von Sachverständigen allerdings nur bei ca. 1 € pro Fluggast.

Nach allem, was ich bisher gelesen und gehört habe, kann es nicht sein, dass nur ein abhängiger Flugbetrieb möglich ist und dass ein Abknicken der Flugzeuge der nördlichen Startbahn nach Norden zwingend erforderlich ist.

Bei so vielen Menschen, die durch den Fluglärm, die Luftverschmutzung, die beim Start entsteht und durch Sicherheitsrisiken (Abstürze entstehen eher beim Start/Landung) betroffen werden, muss es doch Möglichkeiten geben, die negativen Auswirkungen absolut zu minimieren, auch wenn dies geringfügige Mehrkosten für Fluggesellschaften bedeutet.

Zudem sind bereits Steuergelder für Lärmschutzmaßnahmen nach der bisherigen Planung ausgegeben worden.

Ich bitte Sie dringend, sich dieses Themas anzunehmen und vertraue fest darauf, dass Sie den Schutz der Bürger höher einstufen als wirtschaftliche Interessen von Fluggesellschaften.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Busse

+204

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Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. November 2010
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Busse,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Viele Anwohner im Einzugsbereich des Flughafens BBI teilen Ihre Sorgen. Tatsächlich ist aber noch nicht das letzte Wort über die An- und Abflugrouten gesprochen.

Für das Planfeststellungsverfahren wurden die Flugrouten grob festgelegt. Die Deutsche Flugsicherung hat nun einen Vorschlag gemacht, der davon ausgeht, dass häufig parallele Starts erfolgen.

Der BBI muss nun im nächsten Schritt erst einmal klären, wie häufig Parallelstarts zu erwarten sind. Zugleich ist anhand von aktuellstem Kartenmaterial zu klären, welche An- und Abflugflugrouten bei höchster Sicherheit die geringste Lärmbelästigung mit sich bringen. Das Heft des Handelns liegt jetzt bei der Fluglärmkommission. Die Deutsche Flugsicherung wird die Vorschläge aus der Fluglärmkommission ernst nehmen und genau prüfen.

Bundesverkehrsminister Ramsauer hat dieser Tage in einem Interview betont, dass für ihn die Sicherheit an oberster Stelle steht. „Danach kommt der Lärmschutz und erst dann wirtschaftliche Aspekte.“ Weiterhin betont er: „Die Menschen haben sich jedenfalls auf das verlassen, was ihnen Politik und Verwaltung über Jahre hinweg erzählt haben. Bis vor kurzem hatte der Flughafen BBI noch die geradeaus gehenden Abflugrouten veröffentlicht. Auf dieser Grundlage haben dann viele Bürger Grundstücke erworben und Häuser gebaut. Deshalb lautet mein Appell: Die ursprünglichen Routen müssen die Basis aller weiteren Arbeiten sein. Ich stehe für Verlässlichkeit."

Eingaben und Vorschläge können auch direkt an die Lärmschutzkommission gerichtet werden. Bitte schreiben Sie an:

Herr Bernd Habermann (Vorsitzender) Wilhelm-Busch-Str. 6 15827 Blankenfelde Tel.: 03379/372363 Fax: 03379/372363 E-Mail: info@waz-bm.de

Das Flughafenkonzept der Bundesregierung können Sie über folgenden Link finden: http://www.bmvbs.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung